VORTRAG

 

Erfolgreich in an men's world

Gabriele Schwarz, Prokuristin der Schwarz Gruppe Holzheim berichtet über FrauenBiographien in der Unternehmensführung

 

20. März 2019, 19 Uhr

Gemeindebücherei Heiningen, Ernst-Weichel-Schule

 

 

Frauenliste  - Warum ?

 

Zunächst ein paar Zahlen:

Die  Gemeinderatswahl 2009 hat ergeben, dass in mehr als der Hälfte der 1102 Gemeinderäte in Baden-Württemberg  im Höchstfall 3 Frauen einen Sitz erhielten.

Das heißt Im Einzelnen:

In 125 Gemeinderäten nur 1 Frau

In 226 Gemeinderäten nur 2 Frauen

In 218  Gemeinderäten   3 Frauen und

In 38 Gemeinderäten  keine Frau (Quelle: Statistisches Landesamt).

Die Zahl der Mandatsträgerinnen  in Baden-Württemberg beträgt rund 22 %  (in Heiningen 17 %), obwohl mehr als 50 % der Bevölkerung Baden-Württembergs weiblich ist.

Das Verhältnis war in früheren Jahren noch schlechter. Deshalb wurde im Jahr 1993 die Frauenliste Heiningen ins Leben gerufen, die bei der Gemeinderatswahl 1994 erstmals mit einem Wahlvorschlag antrat. Das Ziel war und ist es bis heute, mehr Frauen in den Gemeinderat zu bringen, denn Demokratie braucht Frauen und Männer.  Durch eine reine Frauenliste kommen alle für diese Liste abgegebenen Stimmer auch tatsächlich Frauen zugute. Bei gemischten Listen sammeln die (meist) wenigen Frauen eifrig Stimmen mit, aber zum Zuge kommen oft die Männer. Diese Erfahrung  haben auch die Frauen gemacht, die bei anderen Listen vor Gründung der Frauenliste Heiningen kandidierten.

Die Aufstellung einer reinen Frauenliste ist also immer ein Instrument, um mehr Frauen in den Gemeinderat zu bringen.

Wie auch bei den anderen Wahlvorschlägen in Heiningen, die sich bei der Gemeinderatswahl dem Wählervotum stellen, sammeln alle Kandidatinnen der Frauenliste möglichst viele Stimmen, denn nach der erzielten Gesamtzahl der Wählerstimmen erfolgt die Sitzverteilung nach Höchstzahlen. Die von der einzelnen Liste erreichten Sitze werden mit den Kandidatinnen/Kandidaten besetzt, die die meisten Stimmen auf der jeweiligen Liste erreicht haben.

Der zweite wichtige Vorteil einer reinen Frauenliste ist, dass auch nach Ausscheiden einer Frau auf jeden Fall wieder eine Frau in den Gemeinderat nachrückt. Dies ist bei gemischten Listen nicht selbstverständlich.

Die aktuelle Situation in Heiningen:

Im Gemeinderat sitzen derzeit 15 Männer und 3 Frauen mit folgenden Sitzen:

 

CDU                          4 Sitze,  keine Frau (mehr)

Die gewählte Gemeinderätin und Stimmenkönigin schied aus persönlichen Gründen im Laufe der Wahlperiode aus und es rückte  nach  -- ein Mann.

Freie Wählerliste       4 Sitze , keine Frau

Freie Bürgerliste        4 Sitze, keine Frau

SPD                           3 Sitze, keine Frau

Frauenliste                 3 Sitze, 3 Frauen

Obwohl außer der ausgeschiedenen Gemeinderätin noch 15  Frauen von 90 Kandidaten (ohne die 18 Kandidatinnen der Frauenliste) antraten, wurde keine weitere in den Gemeinderat gewählt.

Die letzte Änderung des Kommunal-Wahlrechts im April 2013 auf Vorschlag der neuen Landesregierung enthält leider keine verpflichtende Vorschrift, dass die Hälfte der Kandidaten auf den Wahlvorschlägen Frauen sein müssen. Es wurde lediglich eine Soll- Vorschrift, also mit reinem Appell-Charakter  beschlossen.  Deshalb  sehen wir  es nach wie vor als wichtig an, zur Erhöhung des Frauenanteils im Gemeinderat eine reine Frauenliste (ausschließlich Kandidatinnen) aufzustellen.

Denn eine lebendige und zukunftsträchtige Demokratie in Europa, der Region Stuttgart, im Landkreis Göppingen und in den Gemeinderäten, auch in Heiningen ist auf die Fähigkeiten und das Wissen der Frauen angewiesen. Ohne Frauen fehlt der Politik die Hälfte!